Google Gemini führt „Temporären Chat“ ein – Unterhaltungen ohne gespeicherten Verlauf
Künstliche Intelligenz ist längst ein fester Bestandteil des digitalen Alltags. Einer der Vorreiter ist Google Gemini, das mit einer Vielzahl an Funktionen und kreativen Einsatzmöglichkeiten überzeugt. Doch bislang gab es eine Schwäche: Wer verhindern wollte, dass Gespräche im Chatverlauf erscheinen, musste umständliche Umwege in Kauf nehmen. Mit dem neuen „Temporären Chat“ beseitigt Google dieses Problem und bietet endlich eine diskrete Lösung.
Was steckt hinter dem „Temporären Chat“?
Der Temporäre Chat ermöglicht Unterhaltungen mit Gemini, die nicht im Verlauf „Letzte Chats“ auftauchen. Damit ähnelt die Funktion einem Inkognito-Modus im Browser. Die Gespräche werden nicht für Personalisierungen oder zur Weiterentwicklung der KI genutzt.
Gemini speichert die Inhalte zwar für bis zu 72 Stunden, um Antworten konsistent zu gestalten und Missbrauch vorzubeugen. Danach verschwinden sie jedoch automatisch und unwiderruflich.
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So funktioniert der Zugriff
Die neue Option ist mit wenigen Schritten erreichbar:
- Öffne die Gemini-App auf Android oder iOS – alternativ die Webversion.
- In der Seitenleiste findest du rechts neben dem Button „Neuer Chat“ ein gestricheltes Chat-Symbol.
- Ein Klick darauf startet sofort einen neuen Temporären Chat, ohne die gewohnte Begrüßung von Gemini. Stattdessen erklärt eine kurze Hinweisseite, wie der Modus funktioniert.
Wichtig: Wird der Chat geschlossen oder durch ein Zurückwischen beendet, ist er verloren – selbst innerhalb der 72-Stunden-Frist gibt es keine Möglichkeit zur Wiederherstellung.
Welche Funktionen stehen zur Verfügung?
Auch im Temporären Chat müssen Nutzer nicht auf die wichtigsten Gemini-Features verzichten:
- Bildgenerierung mit Imagen – inklusive der neuesten Erweiterung Gemini 2.5 Flash Image, intern auch „Nano-Banana“ genannt.
- Texterstellung und kreative Ideenfindung ohne Einschränkungen.
- Basisfunktionen ohne Abo – ein kostenpflichtiger Gemini-Plan (z. B. Pro oder Ultra) ist nicht notwendig, bietet aber zusätzliche Extras.


Warum ist der „Temporäre Chat“ wichtig?
Bisher mussten Anwender, die keine Spuren hinterlassen wollten, Gemini komplett abmelden – ein umständlicher und wenig praktischer Weg. Der neue Modus erleichtert den Alltag deutlich.
Typische Anwendungsfälle sind zum Beispiel:
- Spontane oder sensible Fragen, die nicht im Verlauf erscheinen sollen.
- Brainstorming für Ideen, die keinen dauerhaften Platz benötigen.
- Nutzer mit hohem Datenschutzbewusstsein, die möglichst anonym bleiben wollen.
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Einschränkungen im Überblick
- Keine Speicherung abrufbar: Auch während der 72 Stunden können alte Chats nicht erneut geöffnet werden.
- Nicht für alle Accounts: Personen mit Google-Workspace- oder Bildungskonten haben momentan keinen Zugriff.
- Risiko des Abbruchs: Wer versehentlich den Tab schließt oder zurückwischt, verliert den gesamten Chat.
Mehr Privatsphäre für Gemini-Nutzer
Mit dem Temporären Chat reagiert Google auf ein häufig geäußertes Bedürfnis nach mehr Kontrolle und Diskretion. Die Funktion schafft einen flexiblen Raum für private Gespräche und reiht sich in bekannte Konzepte wie Inkognito-Modi ein. Trotz kleiner Einschränkungen ist sie ein deutlicher Gewinn für alle, die KI-Tools auch in sensiblen Situationen nutzen möchten.
Quelle: 9to5Google