One UI 8.5: Samsung bringt KI-Benachrichtigungen und Betrugserkennung auf Galaxy-Smartphones
Samsung rüstet seine Benutzeroberfläche One UI 8.5 um eine Funktion auf, die den Alltag vieler Nutzer verändern dürfte. Erstmals soll eine künstliche Intelligenz Benachrichtigungen automatisch zusammenfassen, um einen schnellen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der letzten 24 Stunden zu liefern.
Die KI greift dabei auf den Verlauf der eingegangenen Meldungen zurück und erstellt daraus eine präzise, kontextbezogene Übersicht. Statt sich durch Dutzende App-Benachrichtigungen zu scrollen, erhält der Nutzer also eine kompakte Zusammenfassung – ähnlich wie bei einer intelligenten Tagesvorschau.
Verarbeitung auf dem Gerät: Datenschutz im Fokus
Nach ersten Informationen verarbeitet Samsung die benötigten Daten direkt auf dem Smartphone, ohne dass sie an Cloud-Server gesendet werden. Das bedeutet: Alle Inhalte bleiben lokal – ein Pluspunkt für den Datenschutz.
Diese Architektur bringt allerdings auch eine technische Hürde mit sich. Die Erstellung solcher KI-Zusammenfassungen erfordert moderne Hardware und eine leistungsfähige NPU (Neural Processing Unit). Deshalb könnte die Funktion auf ältere Modelle nicht ausgerollt werden.
Samsung hat in der Vergangenheit bereits ähnliche Entscheidungen getroffen – beispielsweise blieb die „Now Brief“-Funktion ausschließlich der Galaxy S24-Serie vorbehalten. Es ist daher wahrscheinlich, dass die neuen KI-Benachrichtigungen zunächst nur auf neueren Galaxy-Geräten wie der S25- oder Fold-7-Reihe verfügbar sein werden.
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Unterstützte Sprachen: gute Basis, aber noch ausbaufähig
Laut den vorliegenden Informationen wird das KI-Benachrichtigungssystem zum Start in folgenden Sprachen verfügbar sein:
- Englisch
- Französisch
- Deutsch
- Hindi
- Italienisch
- Japanisch
- Koreanisch
- Polnisch
- Portugiesisch
- Spanisch
- Vereinfachtes Chinesisch (China)
- Thailändisch
- Vietnamesisch
Die Liste deckt viele der wichtigsten Märkte ab, zeigt aber auch, dass Nutzer in kleineren Sprachregionen vorerst warten müssen. Zudem scheint die Funktion an die eingestellte Systemsprache gebunden zu sein.
Das bedeutet: Wer sein Galaxy beispielsweise auf Englisch nutzt, aber häufig deutsche Benachrichtigungen erhält, könnte gemischte oder unvollständige Zusammenfassungen bekommen. Diese Einschränkung dürfte Samsung in späteren Updates noch optimieren.

Erweiterter Schutz durch KI: Betrugsanrufe im Visier
Parallel zu den neuen Benachrichtigungen arbeitet Samsung an einem KI-gestützten Schutzsystem gegen Telefonbetrug. In Südkorea wird dieses Feature bereits getestet. Es erkennt verdächtige Anrufe, analysiert Gesprächsinhalte in Echtzeit und warnt den Nutzer bei potenziellen Scam-Versuchen.
In den internen Codes von One UI 8.5 wurden eindeutige Hinweise auf diese Sicherheitsfunktion gefunden, was darauf schließen lässt, dass ein internationaler Start vorbereitet wird. Wann der Rollout außerhalb Südkoreas erfolgt, ist jedoch noch offen – vermutlich nach einer Testphase und sprachlicher Anpassung an die globalen Märkte.
Hardwaregrenzen bleiben ein Thema
Während Samsung mit One UI 8.5 deutlich zeigt, wie zentral KI-Funktionen künftig werden, zeichnet sich auch ab: nicht jedes Galaxy wird davon profitieren.
Die lokale Datenverarbeitung ist zwar ein wichtiger Schritt in Richtung Privatsphäre, setzt aber gleichzeitig eine starke Hardwarebasis voraus.
Besitzer älterer Modelle – etwa der Galaxy-S22- oder A-Serie – könnten damit erneut leer ausgehen. Samsung verfolgt offenbar eine klare Strategie: KI-Features dienen als Anreiz zum Gerätekauf, ähnlich wie es Apple mit seinen exklusiven iPhone-Funktionen handhabt.
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Was Nutzer erwarten dürfen
One UI 8.5 wird nicht nur ein reguläres Interface-Update, sondern ein entscheidender Meilenstein für Samsungs Galaxy AI-Plattform.
Die Kombination aus Benachrichtigungs-Zusammenfassungen und KI-gestützter Sicherheit verdeutlicht, dass Samsung künstliche Intelligenz zunehmend als zentrales Bedienelement begreift.
Wird der Ansatz erfolgreich, könnten in Zukunft weitere Bereiche des Systems – etwa Nachrichten, Kalender oder SmartThings-Automatisierungen – ähnliche KI-Funktionen erhalten.
Einschätzung: Samsungs KI-Kurs wird konkreter
Mit One UI 8.5 wird deutlich, wohin die Reise geht: Samsung baut Schritt für Schritt ein eigenes, lokal arbeitendes KI-Ökosystem auf, das sich von Googles cloudbasiertem Ansatz unterscheidet.
Zwar werden viele Nutzer zunächst enttäuscht sein, wenn ihr Gerät die neuen Funktionen nicht erhält. Langfristig aber stärkt dieser Ansatz Samsungs Position im globalen KI-Wettbewerb – insbesondere in Märkten, in denen Datenschutz und lokale Verarbeitung eine große Rolle spielen.
One UI 8.5 dürfte damit der erste echte Vorgeschmack auf die nächste Generation der Galaxy-Software sein – intelligenter, sicherer und deutlich eigenständiger als bisher.














