Samsung arbeitet an neuem Kamerasensor mit nahezu Global-Shutter-Performance
Samsung soll derzeit an einem Kamerasensor arbeiten, der eine der größten Schwächen heutiger Smartphone-Fotografie entschärfen könnte: die verzerrte Darstellung von schnellen Bewegungen. Ein neuer Bericht aus Südkorea deutet darauf hin, dass das Unternehmen eine Sensorlösung entwickelt hat, die sich trotz Rolling-Shutter-Hardware wie ein Global Shutter verhält.
Warum diese Entwicklung so bedeutsam ist
In modernen Smartphones dominiert seit Jahren die Rolling-Shutter-Technik. Dabei wird das Bild nicht auf einmal erfasst, sondern Zeile für Zeile ausgelesen. Bei zügigen Bewegungen führt das regelmäßig zu Schiefstellungen oder zu dem bekannten „Jelly“-Effekt.
Ein Global Shutter dagegen liest alle Pixel gleichzeitig aus – ideal für Action-Szenen, Sport, Tiere oder schnelle Alltagsmomente. Bisher galt diese Technik jedoch als unpraktisch für Smartphones, weil sie große Pixel erfordert und damit die Auflösung deutlich einschränkt.
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Samsungs neuer Ansatz: Rolling-Shutter-Basis, Global-Shutter-Verhalten
Laut dem Bericht hat Samsung einen Weg gefunden, beide Welten miteinander zu verbinden. Die Lösung basiert weiterhin auf einem Rolling-Shutter-Sensor, erreicht aber nahezu das Verhalten eines Global Shutters. Dies gelingt durch eine neuartige Pixelarchitektur und zusätzliche Rechenlogik.
Die wichtigsten Merkmale:
- 12-Megapixel-Auflösung mit 1,5-µm-Pixeln
- neuartiges Pixel-Level-ADC (Analog-Digital-Wandler direkt im Pixelverbund)
- „2×2“-Bündelung der Pixel zur Simulation größerer Pixelblöcke
- ein Algorithmus, der Bewegungsinformationen („Optical Flow“) erkennt und korrigiert
Ein Samsung-Mitarbeiter beschreibt die Konstruktion angeblich so: Vier Pixel teilen sich einen ADC, wodurch ein kleiner Bereich sequenziell arbeitet wie gewohnt – der restliche Sensor aber annähernd simultan ausliest. Genau dieser Aufbau ermögliche das Global-Shutter ähnliche Verhalten.
Warum kein Ersatz für die Hauptkamera?
Mit 12 Megapixeln richtet sich der Sensor voraussichtlich nicht an die primäre Kamera künftiger Galaxy-Flaggschiffe. Samsung bleibt in diesem Segment bei 50- oder 200-Megapixel-Sensoren.
Realistischer ist der Einsatz in:
- der Ultraweitwinkelkamera
- einer Tele- oder Periskopeinheit
Gerade dort entstehen viele Aufnahmen mit Bewegung, was die Technik sofort spürbar wertvoll macht.

Konkurrenz schläft nicht – Apple experimentiert ebenfalls
Auch Apple soll Global-Shutter-Technologien für kommende iPhones evaluieren. Branchenkreise berichten sogar, dass Apple Samsung dazu motiviert haben soll, die Entwicklung zu beschleunigen. Der Wettbewerb um die nächste große Kameratechnologie scheint also längst eröffnet.
Feinschliff vor der Markteinführung
Obwohl die Kernentwicklung abgeschlossen sein soll, arbeitet Samsung offenbar weiter an der Optimierung. Dazu gehören:
- Minimierung kleiner Restverzerrungen
- Verbesserungen der Bewegungsanalyse
- Vorbereitung für die Serienproduktion
Offizielle technische Details sollen Anfang kommenden Jahres folgen.
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Ausblick: Was bedeutet das für Galaxy-Smartphones der nächsten Generation?
Sollte Samsung diesen Sensor tatsächlich in einem Galaxy-Flaggschiff einsetzen, wäre das einer der spannendsten Fortschritte der Smartphone-Fotografie seit Jahren. Besonders Videoaufnahmen und Fotos von schnellen Szenen könnten erheblich naturgetreuer wirken.
Ob die Technologie bereits im Galaxy S26, erst im S27 oder in einem kommenden Fold-Modell debütiert, bleibt offen. Vieles spricht jedoch dafür, dass Samsung zunächst Nebenlinsen mit dem neuen Sensor ausstattet – ein strategisch sinnvoller erster Schritt.
Via: Android Authority














